Im Interview mit Christoph Möller

Interview mit Christoph Möller, Vorsitzender der Geschäftsführung, Agentur für Arbeit Berlin Nord

Christoph Möller ist seit 1999 bei der Agentur für Arbeit tätig und hat während seiner Laufbahn schon so manche Entwicklung miterlebt – für uns war es also die perfekte Gelegenheit, ein paar Fragen zu stellen.

„Was wir tun ist schon per Gesetz gemeinwohlorientiert – und stark regional ausgerichtet.  Die Bundesagentur und die Arbeitsagenturen werden von außen oft als zentral gesteuerter Block gesehen, dabei arbeiten wir engagiert und als in der Region lebende Menschen für Menschen in der Region, erklärt Christoph Möller, der rund 400 Mitarbeitende vertritt.

Während unseres Treffens standen unter anderem folgende Themen im Fokus:

Bürgernähe und Menschlichkeit

Der direkte Kontakt zu Menschen sei wichtig, betont Christoph Möller: „Alleine im jugendlichen Bereich führen unsere Berater: innen wöchentlich tausende Gespräche in Schulen, Jugendberufsagenturen und bei Veranstaltungen außerhalb der Dienststellen. Immer wieder erhalten wir das Feedback, dass man mit einer kalten Behörde gerechnet habe, dann aber im persönlichen Kontakt angenehm überrascht wurde. Das sind die schönsten Rückmeldungen.“

Fachkundige und sensible Beratung

Als besondere Stärke der Arbeitsagenturen nennt Christoph Möller das fachkundige Personal: „Unser Personal ist qualifiziert und sensibilisiert, auch besondere Bedarfe zu erkennen. Examinierte Arbeitsmediziner: innen und Psycholog: innen bei uns unterstützen uns dann darin, unseren Kund: innen individuell gerecht zu werden.“

Wandel begleiten

Die großen gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigen die Agenturen für Arbeit deutschlandweit. Für Christoph Möller ist daher klar: „Transformation zu begleiten, wird immer wichtiger. Menschen arbeiten nicht mehr lebenslang in einem Beruf, weshalb das Thema Qualifizierung künftig an Bedeutung gewinnen wird – hier werden wir unterstützen, brauchen aber gleichzeitig natürlich auch die Wirtschaft, um die Menschen gut mitzunehmen zu können.“

Herr Möller ergänzt: „Für die Qualifizierung von Arbeitnehmern brauchen wir natürlich zuverlässige Partner, wie beispielsweise die Berufsförderungswerke, mit denen wir eine enge Zusammenarbeit pflegen.“

Barrierefreiheit & Digitalisierung

Als öffentliche staatliche Einrichtung legt die Agentur für Arbeit großen Wert auf Barrierefreiheit, so Christoph Möller. Er sagt: „Wir haben sehr viel in Digitalisierung investiert, gleichzeitig wollen wir sicherstellen, dass jede oder jeder auch vor Ort in die Beratung kommen und Dinge erledigen kann, denn nicht alle Menschen erreichen wir über den digitalen Weg.“

Künstliche Intelligenz

Das Thema künstliche Intelligenz ist spätestens seit Chat GPT in aller Munde. Auch die Agentur für Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema. „KI wird nie persönliche Beratung ersetzen, das kann ich versichern“, verspricht Christoph Möller. Ihm liegt sehr daran, dass die Mitarbeitenden bei der Agentur für Arbeit auf einen sicheren Arbeitsplatz vertrauen können.

Allerdings würden neue Technologien eingesetzt, um den Arbeitsalltag zu erleichtern, so der Vorsitzende der Geschäftsführung. Er sagt: „Wir werden überall da auf KI setzen, wo wir dadurch Zeit für wertvollere Tätigkeiten einsparen können. Das Thema Dokumentation ist für uns sehr wichtig, aber künftig muss niemand mehr mühevoll Dokumente manuell abtippen – wenn es dafür sichere Tools gibt, werden wir diese nutzen.“

Mitarbeitergewinnung

Und wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Auch hier ist die Agentur für Arbeit aktiv: „Wir sind stolz auf das, was wir als öffentlicher Dienstleister bieten“, erklärt Christoph Möller. „Ob Ausbildung, Duales Studium, Auslandspraktika oder unsere eigene Berufsschule mit der Möglichkeit zum Masterabschluss – wir bieten sehr viele Karrierewege. Als Haus stehen wir für Vielfalt und möchten Vorbild sein. Bei uns arbeiten Mitarbeitende aller Herkünfte und wir haben eine Schwerbehindertenquote von 13%.“

Das Thema Mitarbeitergewinnung sei von großer Bedeutung, denn in den kommenden 10 Jahren würden 40% der Mitarbeitenden in Rente gehen.

Wir bedanken uns für das aufschlussreiche Gespräch und freuen uns auf eine gute weitere Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit!