Überblick
Qualifizierung und Förderung, Stabilisierung und Orientierung – zur Steigerung der Belastbarkeit, Sozialkompetenz und zur beruflichen (Re)Qualifizierung bietet das BTZ Berlin in Charlottenburg sowie im brandenburgischen Potsdam und Mühlenbeck ein Berufliches Training an. Für einen Wiedereinstieg in den erlernten Beruf frischen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Fachwissen und ihre Sachkompetenz auf. Wer im bisherigen Beruf nicht mehr arbeiten kann oder noch keine Ausbildung hat, wird dabei unterstützt, seine berufliche Orientierung abzuschließen und sich auf eine Qualifizierung vorzubereiten. Schrittweise steigern die Teilnehmenden ihre Belastbarkeit von anfangs mindestens sechs Stunden auf acht Stunden pro Tag. Die Teilnahme am Beruflichen Training umfasst einzelfallabhängig maximal ein Jahr.
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Basistraining – kaufmännisch-verwaltend und technisch
In diesem vier- bis sechswöchigen Einführungsabschnitt gewöhnen sich die Teilnehmenden unter Anleitung von Ergotherapeuten und -therapeutinnen schrittweise wieder an regelmäßige Berufstätigkeit, Zeiteinteilung und Selbstständigkeit.
Vermittelt werden der Umgang mit dem PC, Tastaturtraining, Rechnen und sprachlicher Ausdruck. Zudem werden erste fachspezifische Tätigkeiten durchgeführt. Anschließend wechseln die Teilnehmenden in das berufsspezifische Training.
Berufsspezifisches Training im kaufmännisch-verwaltenden Bereich
Der strukturelle Aufbau der kaufmännischen Trainingsbetriebe mit den Abteilungen Einkauf, Verkauf, Lagerverwaltung, Personalwesen, Buchhaltung, Public Relations, Sekretariat ermöglicht es, praxisbezogene Arbeitsvorgänge zu trainieren.
Da die kaufmännischen Trainingsbetriebe zumeist eine praktische Aufgabe im Beruflichen Trainingszentrum übernehmen (z. B. die Versorgung mit Büromaterial oder das Betreiben eines Bistros), stellen sich die Trainingsaufgaben sehr real dar und helfen so, sich zielgerichtet auf echte berufliche Anforderungen vorzubereiten. Die Teilnehmenden durchlaufen die Abteilungen entsprechend ihrer individuellen Zielstellung und lernen betriebliche Zusammenhänge und Arbeitsabläufe kennen und bewältigen. Trainingsbestandteil ist ebenfalls mindestens ein vier- bis sechswöchiges betriebliches Praktikum.
Berufsspezifisches Training im technischen Bereich
In der technischen Werkstatt trainieren die Teilnehmenden durch Simulation von betrieblichen Vorgängen in den Schwerpunktbereichen Handwerk, Informationstechnik und Medien. Gleichzeitig werden aktuelle Kenntnisse und Fertigkeiten dieser Tätigkeitsfelder vermittelt. Zudem können die Teilnehmenden individuell Trainingsinhalte aus weiteren Bereichen von technisch-gewerblichen Industrie- und Handwerksberufen kennenlernen. Berufsspezifische Inhalte werden in Form von Projektarbeiten umgesetzt. Trainiert wird mit branchenüblichen EDV-Programmen. Bei Bedarf werden fachspezifische Kursinhalte in Mathematik, Englisch und spezielle Workshops angeboten. Trainingsbestandteil ist ebenfalls mindestens ein vier- bis sechswöchiges betriebliches Praktikum.
Berufliches Training – FöniKS – Für die schnelle Integration in den 1. Arbeitsmarkt
Die Teilnehmenden bereiten sich auf die direkte Integration in den 1. Arbeitsmarkt vor. Im Fokus des FöniKS stehen neben einem individuellen Bewerbungstraining und Jobcoaching die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Abbau von Ängsten. Im Hinblick auf die angestrebte Tätigkeit werden fachliche Kenntnisse individuell aufgefrischt und, soweit erforderlich, erweitert.
Trainingsschwerpunkte:
- Auffrischung von Fachwissen und Methodenkompetenz
- Professionsübergreifende Projektarbeiten
- Regelmäßiges Bewerbungstraining
- Individuelles Jobcoaching
- Psychosoziale Gruppe zur Persönlichkeitsentwicklung im Arbeitskontext (z.B. Konfliktfähigkeit/Kommunikationsfähigkeit/ Stärkung des Selbstbewusstseins)
- Soziales Kompetenztraining
- Gezielte Integrationspraktika
Im FöniKS können Teilnehmende unabhängig von ihrer fachlichen Ausrichtung individuell qualifiziert und auf ihre beruflichen Perspektiven vorbereitet werden.
Ziel des Integrationsbereiches ist es, den Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes wieder gewachsen zu sein und im Anschluss an das Berufliche Training eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen.
Wer begleitet mich während des Trainings?
Die Teilnehmenden werden von Psychologinnen und Psychologen sowie Sozialpädagoginnen und -pädagogen als feste Bezugsperson begleitet, um auftretenden Schwierigkeiten im beruflichen und persönlichen Bereich im Gespräch zu begegnen. Hierzu dienen regelmäßige Einzelgespräche. Die psycho-soziale Begleitung wird durch Rehabilitationsverlaufsgespräche, Sozialkompetenztraining und ggf. Familienberatung ergänzt.
Werde ich bei der Stellensuche unterstützt?
Um Teilnehmende mit dem Ziel einer Direktintegration (Trainingsbetriebe “Föniks”) nach dem Beruflichen Training dauerhaft in den Arbeitsmarkt integrieren zu können, werden sie durch JobCoaches professionell unterstützt. Sie werden auf die Anforderungen am Arbeitsplatz vorbereitet und während des Praktikums sowie der Arbeitsaufnahme im Betrieb begleitet. Die JobCoaches unterstützen bei der Berufswegplanung unter Berücksichtigung der aktuellen Arbeitsmarktlage. Dazu gehört der Kontakt zu möglichen Arbeitgebern, Arbeitsplatzanalysen und die Erstellung entsprechender Anforderungsprofile für in Frage kommende Arbeitsstellen.
Was ist das Ergebnis des Trainings?
Alle Teilnehmenden des Beruflichen Trainings erhalten ein detailliertes Abschlusszeugnis des Hauses. Der Leistungsträger der Reha-Maßnahme erhält einen Trainingsentwicklungsbericht (Abschlussbericht) mit psycho-sozialer Stellungnahme.